Album Céline Louis-Ferdinand Céline
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Gallimard
ISBN: 978-2-07-299557-6
Veröffentlicht am 11. Mai 2023
Alben der Pléiade, Nr. 62
Die Bilder zeichnen Célines Leben nach; Sie erklären es nicht. Der elegante, leicht schüchterne junge Mann, fotografiert am Vorabend seiner Abreise nach Afrika, wird im Garten seines Hauses in Meudon zu einem alten Mann in fragwürdiger Wollkleidung. Das ist, kurz gesagt, die Geschichte allen Lebens. Aber wie gelangen wir von der Rampe der Pont de Courbevoie zu dieser traurigen Nachbildung einer feudalen Burg, Sigmaringen? Warum wurde aus einem lächelnden, gepflegten Kind dieser Mann, der bei der Konferenz, die eines Tages im Mai 1941 im Institut für das Studium jüdischer Fragen stattfand, so aufmerksam war? Warum erscheint der Name des gleichen Autors auf dem nüchternen Cover von Voyage au bout de la nuit und auf dem noch nüchterneren Cover von Bagatelles pour un massacre, wo im Jahr 1937 die gesamte Menschlichkeit, das gesamte Mitgefühl im Roman von 1932 zu entdecken glaubte?
Was diese Bilder anhand des Lebens von Céline nachzeichnen, ist der Wahnsinn einer Welt, die auf ihre eigene Zerstörung hinarbeitet. Der Quartiermeister unter seinem Wappenhelm, der Verwundete, der seine Militärmedaille in den Gärten von Val-de-Grâce zur Schau stellt, der Flüchtling von 1944 mit dem falschen Personalausweis („Deletang, Louis François“), der Spaziergänger aus Kopenhagen, der am Vorabend noch wachsam ist Nach seiner Verhaftung betritt der verbannte Klarskovgaard mit abgemagertem Gesicht und der Amnestie in seiner Sonntagsbesten-Rückkehr aus dem Exil die Szene wiederum und erzählen die Geschichte des halben Jahrhunderts. Die Summe dieser Zahlen in zeichnet eine andere, die des Autors eines der kraftvollsten Belletristikwerke des 20. Jahrhunderts, das ganz von den Weltkriegen geprägt ist und ständig von der Erfindung, Buch für Buch, einer neuen Art, Französisch zu schreiben, getragen wird.
Auf den steilen Pfaden einer solchen Existenz ist es Frédéric Vitoux, der den Leser begleitet, und das auf außerordentlich lebendige Weise. Sie verdeutlicht, was geklärt werden muss, vereinfacht nicht, was nicht sein sollte, beschönigt nicht Unklarheiten und vergisst nie, „was uns am wichtigsten ist und was am wenigsten erzählt wird“, Literatur.
256 Seiten, 221 Abb., gebunden, 104 x 169 mm